Haltung

 Stellt euch vor, einer von uns wohnt bei euch - und dann?

... dann ist das gar nicht schlimm, sondern es kann eigentlich nur schön und lustig werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Nagetieren, die mir so bekannt sind, sind wir tagaktiv. Ich bin immer dann hellwach, wenn ich genau weiss, dass gleich jemand heim kommt, oder eben den ganzen Tag über jemand bei mir ist. Als meine Biene (das war meine Schwester und gleichzeitig auch die hübscheste Degufrau, die ich jemals zu Gesicht bekam) noch lebte, mussten wir uns immer gegenseitig austricksen um an die Käfigseite zu gelangen, an der das Leckerchen zuerst ankam.

Wir sind sehr interessiert an allem, was vor unserem Käfig so passiert und lieben bekannte Geräusche. Bekannt bedeutet für uns - bei diesem Geräusch musst du nicht erschrecken. Das bringe ich gerade meinen Adoptivkindern bei (Wenn´s mit der Unterscheidung nicht so geklappt hat).
Wir hassen allerdings alles Fremde und alles, was plötzlich und unerwartet passiert (wobei der Hass auf solche Geräusche mit dem Alter abnimmt).

Bestimmt würdest du jetzt gerne - sofern du noch keinen von uns besitzt - losrennen und dir einen Degu besorgen. STOP, STOP, STOP!!!
Lies dir bitte erst die nachfolgenden Punkte durch und mache dir Gedanken darüber!

ÜBERLEGUNGEN VOR DEM KAUF

  • Wir sind sehr soziale Tiere und hassen nichts mehr als Einsamkeit. An . einem Degu alleine wirst du nicht lange deine Freude haben. Wir . verkümmern im wahrsten Sinne des Wortes.
    Also bitte: Besorge dir mindestens ZWEI dieser niedlichen, liebevollen Wesen. (Da wo wir her . kommen leben wir in richtigen Großfamilien).
     
  • Habt ihr genügend PLATZ für uns?
    Wir lieben es, im Käfig herum zu toben und zu turnen, lieben das Klettern . und Versteck spielen. Das geht allerdings nur in einem einigermaßen großen Käfig.
     
  • Habt ihr Zeit für unsere PFLEGE? Wir genießen es, wenn ihr uns eure . Zuneigung schenkt. Das darf aber nicht nur am Anfang so sein, sondern . sollte immer so bleiben.
     
  • Wohin mit uns, wenn ihr euren URLAUB genießt?
    Ich habe mir sagen lassen, dass man sich das bei allen Haustieren, die man . so halten kann, gut überlegen muss. Macht man sich erst kurz vor dem Urlaub darüber Gedanken, ist es zu spät. Uns einfach alleine lasssen ist genau so schlecht, wie uns irgendwo hin zu verfrachten oder gar auszusetzen
    (Hinweis: Das Ansiedeln fremdländischer Tierarten ist sehr unmoralisch und außerdem VERBOTEN!)
  •  

    KAUFTIPPS

    Was es heißt, einen Degu zu kaufen, kann ich euch gar nicht so recht sagen, denn ich bin nicht gekauft! Ich bin (auch wenn nicht so ganz bewusst) bei meinem jetzigen Frauchen geboren. Meine Mama wurde in der Zoohaltung geschwängert.
    Meine Menschen sagen, es ist wichtig, dass man eine Zoohandlung findet, die Erfahrungen mit Degus haben. Ihr werdet merken, dass es nicht sonderlich viele Zoohandlungen gibt, die überhaupt Degus verkaufen. Sie sagen dann häufig, dass das an unserem unersättichen Nagetrieb liegt. Dazu sage ich nur: klar nagen wir, aber wenn wir genug Stöcke und Äste haben, die wir zernagen können, dann fressen wir bestimmt nicht freiwillig dieses ekelhafte Plastikzeugs.
    Schaut beim Kauf nach, ob sich die Degus dort für die Umgebung interessieren. Wenn dieses Tierchen auch noch an eurer Hand schnuppert, habt ihr schon ein fast zahmes Tier vor euch mit dem ihr dann auch arbeiten könnt.
    Seit aber vorsichtig, denn wenn einer von uns doch mal beißt, dann blutet´s garantiert.
    In manchen Zoohandlungen, die sich nicht so gut auskennen, findet man auch mal einen von uns, dessen Schwanz nicht mehr so vollständig ist. Das liegt daran, dass manche einfach nicht wissen, wie sie uns hochzuheben haben!

Hebt man uns z.B. am Schwanz hoch, dann bricht er ab. Ihr solltet in solchen Fällen darauf achten, dass die Bruchstelle nicht entzündet ist

Sonst ist das nicht schlimm. Auch mein Schwanz ist abgebrochen, aber ich bin trotzdem noch sehr, sehr hübsch.


EINZEL- ODER PAARHALTUNG

Es soll ja Tiere geben, die sich eher zähmen lassen, wenn sie alleine in einem Käfig wohnen. Wir Degus hassen allerdings nichts mehr als die Einsamkeit. Als meine langjährige Lebensgefährtin und Schwester Biene gestorben ist, trauerte ich sehr. Es war sooooo langweilig ohne sie. Ich wurde erst wieder richtig froh, als Jule zu mir kam, die dann nach kurzer Zeit mit mir als Hebamme die kleinen Babies bekommen hat. Seitdem ist wieder richtig Leben in der Bude.
Also merkt euch: DEGUS NIEMALS EINZELN HALTEN!!!
In Gemeinsamkeit mit anderen Degus bieten wir euch dann auch die schärfsten Aktivitäten. Wir bringen so richtig Leben in die Bude und ihr kommt dann aus dem Beobachten nicht mehr heraus - GARANTIERT!

 

    Die Unterscheidung zwischen uns Männern und den Frauen (hihi)

    Wenn man unten betrachtet, dann kann man beim Männchen und auch beim Weibchen einen penisartigen Nippel erkennen. Bei uns Männern kann man die Hoden von außen nicht sehen. Der NIPPEL sieht zwar fast gleich aus, er funktioniert aber anders. Beim Mann ist dieser Nippel der Penis, während das Ding bei einer Frau lediglich die Harnröhre enthält. Die Frau hat direkt unter diesem Nippel die Scheidenöffnung. Sie ist normalerweise verschlossen. Nur wenn eine Degufrau zur Paarung bereit ist, öffnet sie sich. In unmittelbarer Nippel- und Scheidenöffnungsnähe befindet sich die Afteröffnung, die beim Männchen deutlich tiefer liegt.

    Ich bin ein Männchen und sehe “untenrum” so aus


    Das ist ein Weibchen:

     

    Wenn´s mit der Unterscheidung nicht so geklappt hat

    ..... DANN .... gibt´s nach drei Monaten süße, kleine Degubabies
    Hier könnt ihr die Bilder von
    Jules Babies sehen. Sechs dieser niedlichen Kleinen leben jetzt mit mir zusammen (alles Männchen - wirklich).

    Wie ihr bereits lesen konntet, leben sechs der acht kleinen jetzt bei mir. Das liegt unter anderem daran, dass ich mit meinem Frauchen besprochen habe, dass die Degus auf keinen Fall in einer Zoohandlung abgeliefert werden. Mit den Suchen von Deguliebhabern hatten wir uns dann aber etwas aufgehalst.
    Keiner wollte die Verantwortung für die Kleinen übernehmen. Mein Frauchen und ich schauten uns an und als auch noch die Versorgung der Mutter und von Bambi geklärt war, war klar: die männlichen Kleinen bleiben. Was ich sagen will: Wenn Zucht, dann muss man sich darüber im Klaren sein:

    ENTWEDER
    Trennung nach der Stillzeit (nach etwa sechs bis acht Wochen)
    ODER
    Käfiganbau.

    Wie bereits erwähnt, kann man männliche Degus von einem guten Tierarzt (Hallo, Herr Dr. K. aus K.) kastrieren lassen. Das ist auch die Lösung, wenn man partout keine Babies möchte, aber ein Pärchen hat. Man sollte auf gar keinen Fall ein Pärchen trennen oder Degus aus diesem (geschlechts- unterschiedlichen) Grund alleine halten.
     


    Geschlechtsreife und Wurfgröße

    Weibliche Degus sind mit etwa sieben Wochen geschlechtsreif. Wie bei den Menschen, sind wir Männer auch spätpubertärend. Das heißt: Wir sind erst nach etwa drei Monaten geschlechtsreif. Natürlich gibt es individuelle Unterschiede. Ein schwangeres Mädchen trägt die Babies etwa drei Monate in ihrem Bauch. Das erscheint für ein so kleines Tierchen recht lange. Dafür sind die Babies aber schon “fix und fertig”. Sie haben ein Fell und bereits schlitzartig geöffnete Augen.
    Wir hatten bisher zwei Würfe. In einem waren Biene und ich in dem anderen meine Adoptivkinder. Beide Würfe hatten eine Größe von acht Jungen, wobei ich gelesen habe, dass auch Einzelkinder geboren werden können, bzw. ein Wurf bis zu zehn Jungen haben kann.
    Da die Weibchen in menschlicher Obhut nahezu über das ganze Jahr hinweg zur Fortpflanzung bereit sind, kann es auch zu jeder Jahreszeit Degunachwuchs geben.
    Die Babies sind seeeeehhhhr hungrig. Muttern säugt die Babies etwa vier bis fünf Wochen, wobei unser Wurf auch noch nach sieben Wochen an den Zitzen genuckelt hat. Man muss darauf achten, dass das Muttertier ausgewogen ernährt wird (siehe Calciummangel bei den Krankheiten).

     


    Paarung - Schwangerschaft - Geburt


    Leider kann ich (ein kastrierter Degu) nicht viel über die Paarung sagen. Ich weiß nur, wie es theoretisch geht. Bei uns läuft das so: Wir becircen die Weibchen, das sogleich versucht, auf uns zu steigen. Das Weibchen knabbert dabei an Fell und Ohren, piepst säuselnd, bis das Männchen dann vor lauter Paarungsbereitschaft hinter dem Weibchen herläuft. Jetzt steigt das Männchen auf, schlängelt dabei mit dem pinselartigen Schwanz, steigt ab und macht sich dann an der beanspruchten Stelle sauber. Das Saubermachen ist das eigentliche Indiz, das zeigt, dass wir uns gepaart haben. Wenn wir nämlich spielen und schmusen, machen wir es genauso, mit dem Unterschied, dass wir uns danach nicht putzen.
    Während der Schwangerschaft war Jule ein bißchen zickig, wenngleich sie gegen Ende viel Liebe und Zuneigung von mir gefordert hat. Schwangere Degus sollte man nicht mit einem Griff unter dem Bauch (vgl. richtiges Hochheben) gefährden. Auch sollte man sie vor zu großer Aufregung bewahren. Speziell durch den Griff kann es zu Missbildungen kommen, während Aufregungen für Früh- oder Totgeburten verantwortlich gemacht werden.
    Jule war am Ende der Schwangerschaft monstermäßig dick. Als es endlich so weit war, zog sie sich ins Häuschen zurück. Frauchen hatte ihr schon Wochen zuvor immer Hamsterbettwatte gegeben, mit der sie dann das Häuschen ausgepolstert hat. Jule verzog sich also und brachte über Nacht Schritt für Schritt die acht Babies zur Welt. Am nächsten Morgen waren die Kleinen da, wobei man absolut überhaupt kein Blut sehen konnte. Was sie damit gemacht hat, weiß ich nicht. Das war mir auch egal, denn die Babies waren soooo süß und schließlich musste ich mich jetzt um die Babies kümmern...
    Ich habe mich sofort in die kleinen Babies verliebt. Die waren so niedlich... Sie suchten selbst an meinem Bauch die Zitzen und weil sie dort nichts fanden, habe ich sie immer warm gehalten, bis sie an die “Milchstationen” ihrer Mutter wechseln konnten. Ich habe versucht, darauf zu achten, dass die Milch gerecht verteilt wurde, aber Otto überlebte nur zwei Tage. Wir wissen bis heute nicht, warum, wieso und weshalb der Kleine gestorben ist...
    Frauchen hat sich natürlich auch um unsere Großfamilie gekümmert. Von Zeit zu Zeit hat sie die Rotlichtlampe angeschaltet, wobei sie darauf achtete, dass die Lampe nicht so nah am Käfig stand und auch nicht zu lange auf uns strahlte. Sie sorgte auch dafür, dass nicht zu häufig in den Käfig gegriffen
    wurde und wir uns in den ersten Tagen nach der Geburt fast ausschließlich um die Babies kümmern konnten.

    Hier einige unserer
    Süßen


    WIE ALT WERDEN WIR?


    Ich bin jetzt fünf Jahre alt. Meine kleinen Patenkinder sind gerade mal 5 Monate alt. Generell haben wir eine Lebenserwartung von durchschnittlich 5 - 6 Jahren. Es gibt allerdings auch Degus, die bei Menschen lebten und zehn Jahre alt wurden. Ich versuche natürlich den Rekord zu brechen. Schließlich bin ich meiner Biene, die am 15. Dezember 2000 gestorben ist und fast fünf Jahre alt war, etwas schuldig.
    Natürlich gibt es auch Degus, die nicht so alt werden, aber das liegt dann meistens an einer dieser dämlichen
    Krankheiten.

    Willst du noch weiterlesen oder lieber zurück?

     

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Webmaster: Diana Heckl Letztes update: Freitag, 2. Februar 2007. Diese Seite wird betreut vom Kreuzbandriss, Hip replacement